Vor dem Hintergrund der hessischen Kommunalwahlen am 15. März 2026 laden der Ausländerbeirat der Stadt Gießen und Amnesty International Gießen alle Interessierten herzlich zum Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ von Martina Priessner ein.
Im November 1992 zerstörte der rassistische Brandanschlag von Mölln die Leben von İbrahim Arslan und seiner Familie. Der damals siebenjährige İbrahim überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Die Stadt Mölln erhielt Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen, von denen aber fast drei Jahrzehnte niemand Notiz nahm. Der Film folgt İbrahim bei der Entdeckung dieser Briefe und bei der Begegnung mit drei ihrer Verfasser*innen. Zugleich zeichnet er ein komplexes Porträt des anhaltenden Traumas, das İbrahim und seine Geschwister bis heute beeinträchtigt.
Der Film bietet Anlass im gemeinsamen Gespräch nach dem Film die systemischen Rahmenbedingungen für rassistische und rechte Gewalt zu hinterfragen, die Bedeutung von Solidaritätsbekundungen aufzuzeigen und die Ausgestaltung menschenrechtsbasierter Kommunalpolitik zu diskutieren. Denn Erinnern ist mehr als Gedenken, erinnern heißt verändern.
